Schulzentrum „Elikya na biso“ in Maluku

Der Schulbau in Maluku ist nach dem Kinderhaus „Bomoyi“ in Kisenso das zweite Bauprojekt des Vereins „Hilfe für Menschen im Kongo e.V.“

Es wurde möglich, nachdem wir von deutschen Freunden in Kinshasa im Jahre 2010 ein wunderbares Grundstück in Maluku zur Nutzung angeboten bekommen hatten.

Es wurde möglich, nachdem wir von Privatpersonen und Freunden in Deutschland so viel Geld gespendet bekommen hatten, dass wir mit dem Schulneubau im Jahre 2013 beginnen konnten.

Aufbau des Schulzentrums

Am 13. Oktober 2014 ist die Grundschule „Elikya na biso“ mit der Einschulung von 51 Kindern in die 1. Klasse feierlich eröffnet worden.

Die erste Lehrerin, Madame Sandjili Aridja Lydie, unterrichtet noch heute jedes Jahr die neue 1. Klasse.

Schuldirektor Sita Mvambanu Jean-Claude arbeitete schon seit März 2005, als die Kindertagestätte in Kinshasa Ngiri-Ngiri eröffnet wurde, mit Hauskellers zusammen.

Neben seiner Tätigkeit als Lehrer an einer weiterführenden Schule unterrichtete er stundenweise die Straßenkindermädchen im Lesen und Schreiben. Dann betreute er acht Jahre lang die Mädchen im Kinderhaus „Bomoyi“ bei ihren Schularbeiten.

Jetzt war die Zeit für ihn gekommen, vom ersten Tag an den Aufbau des Schulprojekts organisatorisch zu begleiten und unsere gemeinsame Schulkonzeption zu verwirklichen.

Im Jahre 2016 war der Weiterbau der Grundschule so weit fortgeschritten, dass im September die Schüler für die Klassen 1 – 6 eingeschult wurden und die Grundschule komplett startete.

Nach einem Jahr Vollbetrieb der Grundschule wurde auf Vorschlag von Direktor Sita mit dem Schuljahresbeginn 2017/2018 das Schulzentrum um die Klassen 7 und 8 erweitert.

Gleichzeitig wurde ein Kindergarten in einer provisorischen Wellblechhütte eröffnet.

Im folgenden Jahr 2018 konnten durch eine großzügige Spende eines deutschen Rentnerehepaares die Räumlichkeiten für einen Kindergarten gebaut und am 4. Juli 2018 eingeweiht werden.

Damit ist der Aufbau des Schulzentrums abgeschlossen.

Das Schulzentrum umfasst drei Schulgebäude mit je zwei Klassenräumen, ein Gebäudeteil für den Kindergarten, ein Gebäude mit drei Büros für die Verwaltung und eine Schultoilette.

Bei Google Maps zu finden unter den Koordinaten:  -4.099109, 15.523420

Die Vision von einer Schule

Der Name

Das Schulzentrum trägt den Namen Complexe scolaire „Elikya na biso“.

„Comlexe scolaire“ ist französisch  und heißt „Schulkomplex, Schulzentrum“. „Elikya na biso“ ist Lingala, die Sprache, die in der Provinz Kinshasa gesprochen wird, und heißt „Hoffnung für uns“.

Auch diesen Namen haben wir bewusst gewählt.

Schulbildung schafft Hoffnung, Bildung eröffnet der jungen Generation hoffnungsvolle Möglichkeiten für ein selbstbestimmtes Leben. Das sollen die Schüler, die unser Schulzentrum besuchen, wissen: Im Lernen gibt es Hoffnung!

Schulbildung ist eine notwendige und nachhaltige Investition in die Zukunft der Kinder in einer Gesellschaft, in der es vor allem darum geht, gute Strategien für das tägliche Überleben zu erlernen.

Das Programm

Der Unterricht richtet sich nach den vom kongolesischen Bildungsministerium vorgeschriebenen Lehrplänen. Im Vordergrund stehen Lesen, Schreiben, Rechnen und – das ist etwas Besonderes – Französisch von der 1. Klasse an.

Die staatlichen Schulen beginnen erst in der 3. Klasse mit Französisch. Da das Beherrschen der französischen Sprache im gesellschaftlichen Leben und für ein berufliches Fortkommen sehr wichtig ist, sollen die Kinder so lange wie möglich Französisch lernen.

Das Personal, die Lehrer und die Schüler

Im Kindergarten arbeiten zwei Erzieherinnen. In der Grundschule, den Klassen 1 – 6 und der 7. und 8. Klasse unterrichten zwölf Lehrerinnen und Lehrer.

Als nichtpädagogisches Personal arbeiten 7 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Schulbüro, in der Schulküche, als Reinigungspersonal und als Wächter. Die gesamte Verantwortung für die Organisation, Planung und das Funktionieren der Schule liegt bei Direktor Sita Mvambanu.

Das Personal besteht ausschließlich aus kongolesischen Lehrern, Erziehern und Mitarbeitern.

Das Schulzentrum wird im Jahr 2020 in den drei Schulteilen von 600 Schülern besucht.

Die Schülerinnen und Schüler kommen aus dem Kinderhaus „Kiki Bolingo“, aus den Wohngebieten in der Nähe der Schule, sowie aus dem großen Militärcamp in Maluku.

Es wird darauf geachtet, dass 50 % der Schulkinder Mädchen sind.

Das Schulfrühstück

Seit dem 13. Oktober 2014, dem Tag der Eröffnung des Schulzentrums, wird allen Schulkindern morgens in der großen Pause ein Frühstück angeboten, bestehend aus einem Baguette, einer Tasse Tee und Obst.

Die Kinder kommen aus sehr armen Familien, in denen es, wenn überhaupt, nur eine einzige Mahlzeit am Tag zu essen gibt. Die Kinder kommen morgens hungrig zur Schule.

Woher sollen sie die Kraft für die Konzentration zum Lernen und zur Mitarbeit im Unterricht nehmen? Das Schulfrühstück soll den Schülern zu einem besseren Lernen helfen.

Die Schulkinder-Patenschaften

Da es auf dem Hintergrund der großen Armut der Familien im Einzugsgebiet der Schule zu erwarten war, dass viele Familien nicht in der Lage sein werden, das Schulgeld für ihre Kinder zu bezahlen, musste ein nachhaltiges Finanzierungskonzept entwickelt werden.

Wir hatten von Anfang an, als wir das Schulkonzept entwickelt haben, festgelegt, dass auch Kinder unsere Schule besuchen, die das Schulgeld nicht bezahlen können.

Unsere Schule sollte eine Schule für alle, gerade auch für die Ärmsten der Armen, sein!

Die Lösung wurde mit dem Aufbau eines Netzwerkes von Schulkinder-Patenschaften in Deutschland gefunden. Seit 2014 werben wir in Deutschland und darüber hinaus für die Übernahme von Schulkinder-Patenschaften. Einzelpersonen, Familien, Schulklassen und andere können mit der Zahlung von monatlich 20 EUR die Patenschaft für ein Schulkind übernehmen.

(Siehe Formular Schulkinder-Patenschaft Menü „Formulare“)

Zurzeit sind 300 Schulkinder in Patenschaft übernommen. Die regelmäßigen Zahlungen des Patenschaftsgeldes, mit dem das Schulfrühstück, Schulmaterial, Krankenkosten für das  Kind und die Übernahme der elterlichen Schulgebühren finanziert werden, garantieren eine finanziell abgesicherte Arbeit der Schule.

So ist es uns sogar möglich gewesen, unseren Lehrern auch während der Coronakrise, in der mehrere Monate kein regulärer Schulunterricht stattfinden konnte, die Lehrergehälter weiter zu zahlen und den Schulkindern während der ganzen Zeit ihr Schulfrühstück anzubieten.

Der Aufbau des Netzwerkes der Schulkinder-Patenschaften ist eine Erfolgsgeschichte, die den Bestand des Schulzentrums und die Durchführung des Unterrichts langfristig sichert!

Die Bäckerei

Um das Schulfrühstück für 600 Kinder tagtäglich mit der Bereitstellung der Baguettes abzusichern, ist vor 3 Jahren neben der Schule eine eigene Bäckerei aufgebaut worden.

Vier Bäcker backen das tägliche Brot nicht nur für das Schulfrühstück der Schulkinder, sondern auch für den freien Verkauf auf dem Markt und in den Straßen von Maluku.